INITIATIVE Keupstraße ist überall
2025 war ein intensives Jahr für unser ehrenamtliches Team. Mehr als 2000 Schülerinnen und Schüler haben die Ausstellung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal – 21 Jahre DANACH“ besuchen. Durch die Begegnung mit Betroffenen des Anschlags haben sie eine völlig neue Perspektive auf den Rechtsextremismus bekommen. Unsere Ausstellung ist möglich durch die großartige Unterstützung der Stadt Köln, der Ratsmitglieder der demokratischen Parteien sowie Jamestown Europe!
Der Verbleib unserer Ausstellung und Beratungsstätte ist unter dem Trägerverein Bildungsinitiative „Keupstraße ist überall“ – erinnern, aufklären, verändern e.V. bis 2029 gesichert. Das bietet uns die Perspektive, unsere Arbeit in Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe der Keupstraße intensiv fortzuführen.
Aber es warten auch viele Aufgaben auf uns: Neben den vielen inhaltlichen Projekten sind dies vor allem die langfristige Sicherung unserer Begegnungs- und Ausstellungsstätte sowie die Finanzierung eines professionellen Teams, das zur Ergänzung der ehrenamtlichen Arbeit dringend notwendig wäre. Auch an dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an alle, die uns bisher so wunderbar unterstützt haben.
Wir blicken optimistisch auf die kommenden Monate und hoffen, Ihnen hier schon bald weitere „good news“ berichten zu können.
Engagierte Grüße aus Köln-Mülheim
Die Initiative „Keupstraße ist überall“
Dank Engagement des Immobilienspezialisten Jamestown - Neue Räume in Köln-Mülheim
Unser Wunsch war immer, für die Initiative in der Nähe der Keupstraße einen festen Ort zu haben. Jetzt ist er in Erfüllung gegangen: Dank der großartigen Unterstützung von Jamestown Europe konnten wir ab Juni 2025 die großen Räumlichkeiten im ersten Stock des Gebäudes in der Schanzenstr. 22 in Köln-Mülheim beziehen.
Hier haben wir nicht nur unser Büro eingerichtet. Wir bieten in einem separaten Raum auch Beratungen für Betroffene und deren Angehörige an und können unsere multimediale Ausstellung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal – 21 Jahre DANACH“ umfassend präsentieren.
Damit steht uns ein idealer Ort zum Austausch, zur Begegnung sowie zur intensiven Bildungsarbeit zur Verfügung.
Ausstellung "Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal – 21 Jahre DANACH" - Ein lebendiger Ort für Beratung, Bildung und Begegnung

Erstmals konnten wir 2025 die Ausstellung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal – 21 Jahre DANACH“ zeigen: zunächst provisorisch von Juni bis Oktober 2024 in Räumen der IGIS-Gesamtschule am Ubierring, deren Schüler*innen und Lehrer*innen an der Entstehung der Ausstellung maßgeblich mitgearbeitet haben; umfassender dann seit dem 9. Juni 2025 an unserer neuen Adresse Schanzenstraße 22 in Köln-Mülheim.
Die Ausstellung schafft einen lebendigen Erinnerungsraum und einen außerschulischen Begegnungs- und Lernort in unmittelbarer Nähe des rechtsextremistischen Nagelbombenanschlags in der Keupstraße am 9. Juni 2004 durch den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Sie dokumentiert mit Objekten, Artefakten, Dokumenten, Videos und Filmen zum NSU den Anschlag, erzählt von den Geschichten der Menschen in der Keupstraße, vom Ankommen in Köln sowie vom langen Ringen um Anerkennung und mahnt, rechtsextreme Gewalt nicht als einmaliges Ereignis zu verstehen, sondern als fortwährende gesellschaftliche Herausforderung.
Über 2.000 Schülerinnen und Schüler sowie Studenten zahlreicher Universitäten aus ganz Deutschland, Polizeischüler*innen der Hochschule für Polizei NRW, Wissenschaftler*innen aus dem Ausland, Unternehmen und Einzelpersonen haben die Ausstellung gesehen, mit Betroffenen gesprochen, diskutiert. Zu Gast war im Dezember 2025 auch Josefine Paul, die damalige NRW-Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration. Sie besuchte zusammen mit der Kölner Bürgermeisterin Derya Karadag und anderen engagierten PolitikerInnen der Parteien SPD, Die Grünen, Die Linke, FDP und Volt die Ausstellung am 7. November 2025 und sprach mit Betroffenen über deren Lebenssituation, mit Lehrer*innen über die Notwendigkeit von Bildungsmaterial für weiterführende Schulen zu den Themen NSU-Komplex, Rassismus und Diskriminierung im Alltag sowie mit der Kuratorin und Initiativenmitglieder*innen über die weiteren Perspektiven der Ausstellung als Erinnerungsort.
„Es ist wichtig und notwendig, dass hier weiter Erinnerungsarbeit geleistet werden kann“
Ehemalige NRW-Ministerin Josefine Paul
Zudem ist in den Ausstellungsräumen eine Beratungsstätte für Betroffene und deren Angehörigen eingerichtet worden.
Für 2026 werden wir unsere Aktivitäten intensivieren: mehr Führungen, mehr aktive Bildungsarbeit bzw. -veranstaltungen, mehr Interaktion und mehr multimediale Exponate.
Öffnungszeiten für Schulbesuche: dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 15 Uhr nach Anmeldung via E-Mail – sowie nach Vereinbarung auch an anderen Tagen, am Wochende und zu anderen Uhrzeiten; das gilt für alle Interessenten!
Anmeldung: ueberall@keupstrasse-ist-ueberall.de
Über aktuelle Termine informiert unsere Website.
Auch auf Instagram sind wir aktiv: @keupstraße.ist.ueberall
Zitate von Schülerinnen und Schülern, die die Ausstellung besucht haben

Ausstellung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal“
Jedes Jahr am 9. Juni gedenken wir des rechtsextremistischen Nagelbombenanschlags in der Keupstraße im Jahr 2004, der vom sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) verübt wurde.
Die Opfer des Anschlags, die Menschen aus der Keupstraße, wurden 7 Jahre lang beschuldigt / verdächtigt als Täter diese Verbrechen begangen zu haben.
Seit vielen Jahren kämpfen Betroffene, solidarische Mitstreiter:innen und Unterstützergruppen für eine Aufarbeitung des Anschlags und seiner Folgen:
- um die Erfahrungen und Leidensgeschichten der Betroffenen sichtbar und hörbar zu machen,
- um Rechtsextremismus und Rassismus zu bekämpfen – durch Aufklärung, durch Bildung, durch verschiedene Projekte vor Ort,
- durch ein Mahnmal, für dessen Realisierung immer noch gekämpft werden muss.
Im November 2023 gründete die Initiative „Keupstraße ist überall“ eine Begegnungs- und Beratungsstelle, die nun vorläufig einen festen Ort in der Schanzenstraße 22 am Carlswerk-Gelände in Köln Mülheim gefunden hat – in unmittelbarer Nachbarschaft zur Keupstraße.
Es ist ein Ort von und für die Betroffenen des Nagelbombenanschlags und für die Opfer rechtsterroristischer Gewalt.
„Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal“.
Ein zentraler Bestandteil des Ortes ist die Ausstellung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal“. Sie wurde 2024 zusammen mit Schüler*innen und Lehrer*innen der IGIS Gesamtschule als außerschulischer Erinnerungs- und Lernort konzipiert – für Schüler*innen, Studierende und für alle, die sich mit dem Nagelbombenanschlag und rechtsextremer, rassistischer Gewalt auseinandersetzen wollen. Ein Bildungsort, der versucht, aus der Perspektive der Betroffenen auf die Ereignisse zu schauen.
Als außerschulischer Lernort ist die Ausstellung insbesondere für die Fächer Geschichte, Sozialwissenschaften, Deutsch, Ethik, Religion, Kunst und Philosophie geeignet. Besuche von Schulklassen und Studentengruppen können jeweils montags und mittwochs von 10 bis 15 Uhr nach Voranmeldung stattfinden. Die Ausstellung kann auf Anfrage auch an anderen Tagen der Woche bzw. am Wochenende besucht werden. Wir bitten darum, Besuche einige Tage vorher anzumelden, damit wir Führungen, Begegnungen oder auch Gespräche mit Betroffenen des Anschlags planen und ermöglichen können. Besuchswünsche anderer Interessierter sind ebenfalls unter den angegebenen Kontaktinformationen anzufragen.
Anfragen per E-Mail bitte an: ueberall@keupstrasse-ist-ueberall.de oder telefonisch unter 0152 2266 2155
Ort: Schanzenstraße 22, 1. Etage, 51063 Köln (Google Maps)
Video
Bildungsinitiative „Keupstraße ist überall“ – erinnern, aufklären, verändern e.V.
Am Nachmittag des 9. Juni 2004 explodierte in der Kölner Keupstraße eine mit 5 Kilogramm Sprengstoff und über 800 glühend heißen Nägeln befüllte Bombe des Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU), die 22 Menschen teilweise schwer verletzte.
Trotz Hinweise wurde die Möglichkeit eines Terroranschlags von Neonazis von der Polizei ignoriert.
Seitdem die wahren Täter bekannt sind kümmern wir uns als Initiative um die Belange der Betroffenen. Inzwischen ist ein Verein aus der Initiative erwachsen, um noch mehr Aufklärung und Veränderung zu erwirken. Die Bikiü e.V. – oder in voller Länge: Bildungsinitiative „Keupstraße ist überall“ – erinnern, aufklären, verändern e.V.

